Honor 10 im Test: Ein treuer und schneller Alltagsbegleiter

Von 29. Mai 2018 Technik im Test
Honor 10 im Test: Mit der Dual-Kamera durch London

Honor hat am 15. Mai sein neues Flaggschiff das Honor 10 vorgestellt. Dabei versucht Huaweis Tochter Firma an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen. Ob Honor das erreichen konnte und für wen das 10er eine echte Alternative sein kann erfährst Du in diesem Test.

Design, ein Mix aus Vorgänger und Huawei P20 Pro

Den Trend zum Glasdesign hält Honor nicht erst seit gestern. Mit dem Honor 10 konnte man sein bisheriges Design optimieren. Die Glasrückseite besteht aus mehreren Glasschichten, die je nach Lichteinfall unterschiedliche Lichtreflexionen und Farbspiele erzeugen kann.

Besonders schick ist dieser Effekt durch einen unterlegten Farbverlauf, der durch den Blickwinkel je nach Farbvariante bläulich, rote Töne hergibt.

Der Rahmen des Smartphones besteht aus Aluminium in einem matten Finish. Darin eingelassen sind USB Typ-C Anschluss und Klinkenbuchse, sowie Dual-SIM-Slot und ein Mono-Lautsprecher auf der unteren Seite. Positiv aufgefallen ist der sehr pass-genaue Übergang von Rahmen und Glas, der das in die Hand nehmen angenehm gestaltet.

Das Honor 10 Display kommt mit einer Notch.

Sicherlich eine der umstrittensten Design Trends der letzten Jahre ist die Einkerbung im Display, auch „Notch“ genannt. Sie ermöglicht eine Displaydiagonale von 5,84 Zoll und ein erhöhtes Display-Gehäuse-Verhältnis.

Honor 10 Glasrückseite mit Lichteffekt
Das Honor 10 hat eine Einkerbung im Display

Wir als Nutzer bekommen in einem kompakten Gehäuse ein sehr großes FullHD+ Display, dass sich als ausreichend scharf bewies. Bei direkter Sonneneinstrahlung sollte man jedoch lieber in den Schatten gehen, da das verbaute IPS Panel nicht gegen jede Sonne ankommen kann.
Schwarzwerte und Farbtreue stellen zufrieden.

Smartphone erstmals via Ultraschall entsperren

Ultraschall bietet in der Theorie einige Vorteile. Zum einen eine erhöhte Sicherheit durch einen 3D Fingerscan und zum anderen kann dieser unter Materialien, wie Glas oder Metall funktionieren.

Was sich in der Theorie ausschließlich positiv anhört, zeigt sich in der Praxis etwas anders. Der Sensor kann zügig das Gerät entsperren, jedoch nicht in der gewohnten Geschwindigkeit, die man von Honor oder auch Huawei gewohnt ist. Zudem trifft man nicht immer den Sensor im idealen Winkel, da es keine haptische Eingrenzung des Sensors gibt, wodurch man ihn hätte ertasten können. Auch nach längerer Nutzung, kommt der Fingerabdrucksensor nicht an die Geschwindigkeit vorheriger Honor Geräte ran.

Eine Alternative erwies sich hier die Gesichtserkennung. Sie entsperrt bei bei guten, aber auch widrigen Lichtbedingungen das Smartphone schnell und zuverlässig, obwohl nur die 24MP Front Kamera verwendet wird.

Akkulaufzeit für mindestens 1 Tag

Bei so vielen Features in den heutigen Smartphones bleibt meist der Akku zu kurz. Honor hat im 10er Modell einen 3400mAh Akku verbaut, der keine neuen Weltrekorde aufstellt, aber euch zuverlässig durch den Tag bringt mit kleinen Reserven, sogar manchmal etwas weiter.

Im gemischten Betrieb kamen wir immer auf 4h bis 6h Displaylaufzeit. Dazu haben wir teilweise mobile Daten, GPS und Bluetooth zur Musikübertragung genutzt.

Dank Huaweis Super Charge Ladetechnik, könnt Ihr mit dem beigelegten USB Ladekabel von 0 auf 50% in 30 Minuten aufladen, praktisch, wenn man das Laden Mal vergessen sollte.

Honor 10 Akkulaufzeit Android 8

Bessere Bilder durch künstliche Intelligenz

Die Dual Kamera (24+16MP) bei einer 1.8 Blende bietet die Basis für gute Bilder. Unterstützt wird die Hardware von einer AI (engl. Künstliche Intelligenz), die die Szenerie erkennen soll und die Kamera Einstellungen dahingehend optimiert.

Auf einer Foto-Tour durch London konnten wir gut Stärken und Schwächen der Kameras einschätzen. Wie die meisten Mittel- und High-Price Geräte werden Bilder bei Tag detailreich, scharf und schön. Dabei sind beide Ergebnisse ohne und mit AI sehr gut. Letzteres verschafft den Bildern dann doch noch den letzten „Pepp“. Farben von Bäumen und Blättern sind strahlend grün und Bilder von Essen wirken noch frischer und ästhetischer. Das muss jedoch gefallen, Bilder mit AI haben nicht den Anspruch natürlich oder neutral zu erscheinen, sondern das „Nacharbeiten“ mit Filtern zu reduzieren. Wer im Nachhinein Bilder doch lieber ohne AI nutzen möchte, kann das in der Galerie nachträglich noch umschalten.

Bei Dämmerung hat aber auch das Honor 10 zu kämpfen. Positiv ist das niedrige Rauschen der Bilder mit den rückwärtigen Kameras. Neben verschiedenster Fokus Techniken und der AI hat das Honor 10 leider nicht die besonders guten Low-Light Performance des Huawei P20 Pro geerbt. Bilder bei Nacht sind gut, können aber auch leichter verwackeln. Die Automatik bietet jedoch in der Regel eine gute Unterstützung für gute Bilder.

Videos können bis FullHD 60Fps oder 4K 30Fps aufgenommen werden. Dabei werden diese nur im FullHD Modus digital stabilisiert. Für ambitionierte Filmer eher weniger optimal, da schon kleinste Bewegungen der Hand zu sehen sind.

Das fanden wir gut

  • Bedienung via Fingerprint-Sensor schnell und intelligent
  • Super schnelle Gesichtserkennung
  • Geräte Performance durchweg ruckelfrei und schnell

Das könnte besser sein

  • Rückwärtige Kamera und Glas zieht Schmutz magisch an
  • Fingerabdrucksensor könnte noch zuverlässiger entsperren
  • Frontkamera AI Features wirken zum Teil sehr künstlich

Fazit

Das Honor 10 ist ein durchweg guter Allrounder mit Stärken in der Kamera und Performance. Auffallen werdet Ihr mit dem Blickfang auf jeden Fall, Design und Verarbeitung sind neuartig und sehr gut. Mit dem Akku kommt Ihr gut durch den Tag und die Kamera lässt euch im Urlaub nicht im Stich. Abstriche macht Ihr bei der Videoaufnahme und der Low-Light Performance, die bei doppelt so teuren Geräten meist noch etwas bessere Ergebnisse bieten.

Ab 399€ UVP für die 4GB + 64GB Speicher und 449€ für die 4GB + 128GB Version macht Ihr nichts falsch.

Alle technische Daten beim Hersteller.

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